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Wie kein anderes Bundesland in Deutschland und kaum eine andere Region in Europa wurde Nordrhein-Westfalen geprägt durch die Technik- und Industriegeschichte. Die zahlreichen erhaltenen, industriegeschichtlichen Zeugnisse aller Art sind ein Alleinstellungsmerkmal dieser Region mit Schwerpunkt im Ruhrgebiet, Ursprüngen im Bergischen Land und in der Eifel sowie vielerorts wichtigen Bauwerken. Von den landesweit im Rheinland erfassten etwa 100.000 Denkmälern gehören rund 2.300 zu den Zeugnissen der Technik- und Industriegeschichte.
Das Rheinland mit seinen engen Kontakten nach England und dem benachbarten Belgien spielte eine Pionierrolle in der "Ersten Industriellen Revolution". Industriegeschichtliche Baudenkmale gehören vorwiegend der Zeit nach 1780 an. Die erste Fabrik auf dem europäischen Kontinent in Ratingen-Cromford von 1783 ist eines der herausragenden Industriedenkmäler des Landes.

Geradezu epochale Objekte im Rheinland stammen aus der Zeit der "Zweiten Industriellen Revolution" seit etwa 1880. Die weitgehende Erhaltung der Zeche Zollverein in Essen als Weltkulturerbe und der Eisenhütte in Duisburg-Meiderich- heute Landschaftspark Nord - sind die größten Erfolge der Industriedenkmalpflege des Rheinlandes.
Erst das technische, soziale und administrative Umfeld der Zechen und Werke ermöglichte deren teils gigantische Entwicklung. Verkehrsanlagen, Ver- und Entsorgungseinrichtungen, Verwaltungsgebäude auch Direktoren- und Fabrikantenvillen sowie Arbeiter- und Zechensiedlungen in unmittelbarer Nachbarschaft der Industrie sind daher ebenfalls Objekte der Industriedenkmalpflege.
Wie in allen Teilbereichen der Denkmalpflege geht auch in der Industriedenkmalpflege die Erkennung der Denkmaleigenschaft der Erhaltung voraus. Einzelgutachten zur historischen Bedeutung industriegeschichtlicher Objekte, Beteiligung an der Erstellung von Denkmallisten, Betreuung von Dokumentationen, Denkmaltopographien und systematische Inventarisation für Gattungsinventare sind die Grundaufgaben des Referates Technik- und Industriedenkmale. Alle praktischen Aufgaben der Erhaltung sind den Gebietsreferenten der Abteilung Bau- und Kunstdenkmalpflege zugeordnet.

Bauwerke aller Art sind nur ein Teil industriegeschichtlicher Hinterlassenschaften. Die Industriedenkmalpflege ist daher eingebunden in ein weitgespanntes Netzwerk: vom LVR – Industriemuseum, Landesmuseum für Industrie- und Sozialgeschichte mit Schauplätzen in Oberhausen, Ratingen-Cromford, Bergisch-Gladbach, Engelskirchen und Euskirchen-Kuchenheim über Firmenarchive, das Rheinisch-Westfälische Wirtschaftsarchiv/Köln, das Landesarchiv NW und viele Stadtarchive bis hin zu ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürgern, die sich gezielt um die Erhaltung und Erforschung von Einzelobjekten bemühen. Das Referat "Technik- und Industriedenkmalpflege" wird sich auch in Zukunft um die partnerschaftliche Zusammenarbeit in diesem Kontext bemühen.
Referatsleitung: Prof. Dr. Walter Buschmann
Sekretariat: Sabina Skaper
Tel 02234 9854-511 oder -533
Fax 0221 8284-2258
inventarisation.denkmalpflege@lvr.de