LVR-Amt für Denkmalpflege
im Rheinland
Logo Landschaftsverband Rheinland - zur Startseite
Blick in die Kuppel des Oktogons des Weltkulturerbes Aachener Dom

Denkmalpflege im Rheinland

ECHY - Europäisches Kulturerbejahr 2018

2018 ist Europäisches Kulturerbejahr! Ausgerufen von der Europäischen Kommission soll dieses Themenjahr dazu beitragen, unser kulturelles Erbe neu zu entdecken und so unsere gemeinsame europäische Geschichte auch lokal bei uns zu Hause aufzuspüren. Unter dem Motto SHARING HERITAGE stehen die verbindenden historischen Wurzeln und zugleich die kulturelle Vielfalt des Kontinents im Fokus. Der Schwerpunkt Deutschlands für das European Cultural Heritage Year (ECHY) liegt auf dem Thema "Baukulturelles Erbe". Dabei sollen gerade junge Menschen für unsere Denkmäler und deren Erhalt begeistert werden.

Stadt - Land - Burg: Die Mauern von Nideggen

Das LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland beteiligt sich am Europäischen Kulturerbejahr 2018 mit einem Projektbeitrag für Kinder und Jugendliche. "Stadt - Land - Burg: Die Mauern von Nideggen" greift das Leitthema "Europäische Stadt" auf und wendete sich an Nidegger Schülerinnen und Schüler aller Klassenstufen. In Kooperation mit der Jugendbauhütte NRW-Rheinland galt es, in zwei Projektwochen im April und Mai 2018 die kaum erforschte Geschichte von Nideggen lebendig werden zu lassen.

Beteiligt waren die Gemeinschaftsgrundschule Burgblick in Nideggen samt ihren Teilstandorten in Embken und Schmidt sowie die Sekundarschule Kreuzau/Nideggen. Das Projekt wurde unterstützt durch die Stadt Nideggen, den Kreis Düren, den Heimat- und Geschichtsverein Nideggen e.V., das Stadt- und Kreisarchiv Düren sowie das Burgenmuseum Nideggen.


Junge Burg-Detektive, Mörtel-Rührer, Steinmetzen und Maurer nahmen an Schüler-Projektwoche in Nideggen teil - Partner waren die Teilnehmenden am Freiwilligen Jahr in der Denkmalpflege

Nach monatelangen Vorbereitungen inklusive eines Workshops der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Freiwilligen Jahrs in der Denkmalpflege der Deutschen Stiftung Denkmalschutz war es im Mai endlich so weit: 400 Schülerinnen und Schüler aus Nideggen, Schmidt, Embken und Kreuzau kamen in den Genuss der Projektwoche "Stadt – Land – Burg. Die Mauern von Nideggen". In Stadt, Wald und Flur fand man sie, die jungen Forscherinnen und Forscher, die kniffligen Fragen zur Geschichte der Burgmauern auf den Grund gingen. Andere untersuchten oder mischten Mörtel oder verfugten die Mauern, war es doch ihre Aufgabe, unter fachkundiger Anleitung bei der Sanierung der zu großen Teilen im Mittelalter entstandenen Mauern mitzuwirken.


Was sich alles an den Mauern ablesen lässt, konnten die Kinder und Jugendlichen hautnah erleben: Die Klassen 3 und 4 widmeten sich in einer Detektiv-Rallye dem Leben auf der Burg. Sie fanden heraus, wie die Wasserversorgung funktionierte und wie viele Säulen der Palas einmal hatte. Die Klassen 6 und 9 erkundeten in der Forscher-Rallye, was die Schießscharten über Waffentechnik und Verteidigungsstrategien verraten, welche Bedeutung die Stadttore hatten und wie eine mittelalterliche Baustelle organisiert war. In der Wald-Rallye ging es darum, den Verlauf der Mauern innerhalb des Geländes zu entdecken und mit historischen Karten zu vergleichen. Bei der Aktion „Tatort Mauer – Tatort Archiv“ wurden Mauerwerkskartierungen erstellt und Ergebnisse mit historischen Fotos und Archivmaterial verglichen.

Eine große Attraktion bildete die mittelalterliche Bauhütte: Unter Anleitung von zwei Steinmetzen, einer Bauforscherin und zwei Restauratorinnen richteten die Jugendlichen mit Hammer und Meißel Quader aus Sandsteinen her, sie mischten Mörtel, verfugten die Mauer und konstruierten mit Schnüren einen Grundriss. So konnten mittelalterliche Handwerkstechniken ganz praktisch erprobt werden. Dokumentiert wurden die Aktionen von der Film AG der Europaschule Langerwehe. Der Film und eine Plakatausstellung zeigten die erstaunlichen Ergebnisse der jungen Forscherinnen und Forscher. Vorgestellt wurden sie bei einer festlichen Abschlussveranstaltung mit Landeskonservatorin und Bürgermeister.


Die Projektwochen in Nideggen waren für alle Beteiligten ein großer Gewinn. Die Zusammenarbeit mit den örtlichen Schulen, der Jugendbauhütte, der Stadt Nideggen, dem Burgenmuseum, dem Geschichtsverein und dem Kreisarchiv Düren hat neue Perspektiven in der Wissensvermittlung aufgezeigt, denn das Projekt wirkt langfristig in die Zukunft hinein und basiert auf einem nachhaltigen Grundgedanken: Junge Menschen für den Erhalt des kulturellen Erbes zu sensibilisieren, ihnen die Faszination historischer Bauten, alter Handwerkstechniken und Bauweisen zu vermitteln und sie so zu aktiver Unterstützung des gesellschaftlichen Anliegens von Denkmalschutz und Denkmalpflege zu bewegen.


Weitere Informationen rund um das Europäische Kulturerbejahr 2018 finden Sie unter: