LVR-Amt für Denkmalpflege
im Rheinland
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Weltkulturerbe Schloss Falkenlust in Brühl

Denkmalpflege im Rheinland

Restaurierung

Historische Befunde und kunsttechnologische Forschung

Dem Kunstwerk so nah wie nie

Während der Vorbereitung einer Restaurierung oder parallel zu den durchgeführten Arbeiten besteht oft die Möglichkeit, die Substanz eines Denkmals eingehend zu erforschen und auf ihre Technologie und Gestaltung zu untersuchen. Die Ergebnisse dieser Untersuchung erweitern die Kenntnisse zur rheinischen Denkmallandschaft, finden aber auch konkrete Umsetzung im Rahmen von Restaurierungen, wenn etwa eine historische Farbigkeit wiederhergestellt werden soll.


Untersuchung vor Ort

Im Rahmen von Befunduntersuchungen der Denkmalsubstanz werden beispielsweise übereinander liegende historische Schichten und Spuren sondiert und eingeordnet. Erste Beobachtungen zur Schichtenfolge sind ohne Eingriffe in die Substanz an offenliegenden Kanten und Fehlstellen möglich. Reichen diese zur Aussage über die Abfolgen der einzelnen Fassungs- und Anstrichschichten nicht aus, müssen stratigrafische Freilegeproben angelegt werden, bei denen die einzelnen Schichten treppenartig geöffnet werden. Die Trennung der einzelnen Fassungsschichten kann mechanisch mit dem Skalpell oder chemisch mit verschiedenen Lösemitteln erfolgen. Bei tiefergehenden Untersuchungen können etwa die Materialien und Mauertechnik und darüber die ursprüngliche Gestaltung eines Gebäudes oder die Art, das Alter und die Verarbeitung der Hölzer einer Konstruktion untersucht und eingeordnet werden.


In Werkstatt und Labor

Manchmal müssen zur Ermittlung von Fassungsfolgen und historischer Farbigkeit oder für den Vergleich historischer Mörtel kleine Proben genommen werden, die in den Amtswerkstätten eingehender untersucht werden können. Zur Untersuchung von Gemälden und Skulpturen steht den Werkstätten eine Röntgenanlage zur Verfügung, Oberflächenphänomene können durch Fluoreszenzuntersuchungen unter UV-Strahlung oder durch Infrarotaufnahmen sichtbar gemacht und ausgewertet werden.
Im Bedarfsfall werden vor Ort gewonnene Befunde durch Probeentnahmen zur Herstellung von Querschliffen oder zur Durchführung von chemischen oder physikalischen Analysen in spezialisierten Laboren ergänzt. Dazu kommen naturwissenschaftliche Untersuchungen wie die Dendrochronologie, Gesteins- und Mörteldünnschliffe oder andere Methoden in Zusammenarbeit mit entsprechenden Fachinstitutionen zum Einsatz.


Recherche

Neben den Untersuchungen am Objekt bietet auch die Auswertung von Quellenmaterial wie historische Fotografien, Zeichnungen und Pläne, Entwürfe oder Texte wichtige Hinweise auf zu erwartende Befunde. Das LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland verfügt hier über Bestände von weit über 100 000 historischen Fotos, 80 000 Plänen und eine kulturhistorische Fachbibliothek mit 70 000 Bänden, die bis in das 19. Jahrhundert zurückreichen.


Die Untersuchung von Baukonstruktionen wird in der Regel in enger Zusammenarbeit mit den Fachleuten des Referates Bauforschung der Abteilung Dokumentation des LVR-Amtes für Denkmalpflege durchgeführt.

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